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Es gibt bestimmte Sportarten, bei denen Linkshänder deutlich im Vorteil sind. Laut Professor Norbert Hagemann vom sogenannten Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Kassel handelt es sich hierbei vor allem um Duelle, bei denen die Gegner direkt aufeinandertreffen, wie zum Beispiel beim Tischtennis oder beim Tennis.

Wieso haben Linkshänder bei diesen Sportarten Vorteile?

In einem Duell müssen die Kontrahenten schnell reagieren. Bei einer Studie wurden den Probanden Videos aus Tennisspielen gezeigt. Sie sollten schätzen, wohin der Ball nach unterschiedlichen Schlägen vermutlich fliegen wird. Bei einem linkshändigen Spieler fiel ihnen das deutlich schwerer, als bei einem rechtshändigen Spieler. Genau das Problem haben auch die Gegner von Rafael Nadal. Der Spanier ist einer der bekanntesten und besten Tennisspieler überhaupt. Auch er ist Linkshänder und sorgt dadurch regelmäßig für Probleme bei seinen Kontrahenten.

Wie können Gegner eines Linkshänders den Nachteil ausgleichen?

Wer häufig mit Linkshändern trainiert, kann die Flugkurve des Balles mit der Zeit besser einschätzen und diese Erkenntnis dann auch im Spiel nutzen. Viele Profi-Tennisspieler haben Sparringpartner, die den Schläger in der linken Hand halten.

Ungewohnte Bewegungen

Rechtshänder haben oft Probleme mit Linkshändern, weil diese den Ball einfach anders treffen. Dadurch fliegt er nicht wie gewohnt und sorgt für Verwirrung. Vor allem der Schnitt bereitet vielen Gegnern Probleme. Das macht sich unter anderem auch beim Aufschlag bemerkbar. Wenn Linkshänder beim Stand von 30:40 aus ihrer Sicht einen Breakball abwehren müssen, servieren sie sehr häufig weit nach außen, um die zumeist schwächere Rückhand des Gegners anzuspielen. Letzterer muss sich zudem auch anders aufstellen, um nicht bei jedem Ballwechsel die Vorhand seines Gegenübers anzuvisieren.

Gibt es Hoffnung für die Rechtshänder?

Wer gegen einen Linkshänder gewinnen will, sollte sich im Vorfeld des Spiels geistig wie auch körperlich auf die Partie vorbereiten. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass er mit einem solchen trainiert, um die Flugbahn des Balles besser zu verstehen. In dem Spiel sollte versucht werden, den Linkshänder dazu zu zwingen, seine Gewohnheiten zu verlassen. Das stellt viele Tennisspieler vor Probleme und kann den entscheidenden Vorteil bringen. Am besten stellt sich der Kontrahent in der Rückhandecke immer Mal wieder etwas weiter vorne oder weiter hinten auf. Zudem können aggressive Longlinge-Bälle helfen zu verhindern, dass der Linkshänder gefährliche Cross-Bälle spielen kann. Dadurch muss dieser entweder exakt in die Rückhandecke oder schräg in die offene Vorhandseite spielen. Beide Schläge sind durchaus riskant und können zu Fehlern führen.

Am einfachsten kann der Nachteil aber ausgeglichen werden, wenn der Rechtshänder den Ballwechsel von Anfang an bestimmt und schnelle Punkte erzielt.
geschrieben am 27.06.2018 um 12:39 Uhr.
 



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